Krise – Verständnis, Verlauf und Unterstützung
Eine psychische Krise ist ein seelischer Ausnahmezustand, der entsteht, wenn das innere Gleichgewicht verloren geht und vertraute Bewältigungsstrategien nicht mehr ausreichen. Häufig wird eine Krise als überwältigend, beängstigend oder ausweglos erlebt. Gleichzeitig ist sie ein wichtiges Signal dafür, dass im Leben etwas nach Veränderung, Klärung oder Neuorientierung ruft.
In der Psychotherapie wird eine Krise nicht als persönliches Versagen verstanden, sondern als Ausdruck einer seelischen Überforderung, die ernst genommen und begleitet werden sollte.
Was ist eine Krise?
Aus Sicht der Existenzanalyse entsteht eine Krise, wenn der Zugang zu zentralen existenziellen Grundhaltungen vorübergehend verloren geht:
Halt und Sicherheit in der Welt
Wert und Resonanz im Leben
authentischer Bezug zu sich selbst
Sinn und Orientierung für das eigene Handeln
Die Logotherapie beschreibt Krisen häufig als Folge eines erlebten Sinnverlustes. Die Verbindung zu inneren Werten ist erschüttert, und bisherige Antworten auf das „Wofür?“ tragen nicht mehr.
Gleichzeitig kann eine Krise als Selbstheilungsversuch verstanden werden. Die Psyche reagiert schützend, wenn die Belastung zu groß wird. Wenn dieser innere Prozess jedoch ins Stocken gerät, entsteht das Gefühl, festzustecken. Mit therapeutischer Unterstützung kann eine Krise zu einem Wendepunkt im Leben werden.
Verlauf einer psychischen Krise
Schockphase: Zu Beginn einer Krise kommt es häufig zu Reizüberflutung, innerer Starre und Ohnmacht. Verleugnung oder Nicht-Wahrhaben-Wollen sind typische Schutzmechanismen.
Reaktionsphase: In dieser Phase setzt die emotionale Verarbeitung ein. Gefühle wie Angst, Wut, Traurigkeit oder Verzweiflung können sehr intensiv auftreten. Der Mensch versucht, innere Ordnung herzustellen und das Geschehen zu verstehen.
Bearbeitungsphase: Die Krise wird schrittweise in den eigenen Lebenszusammenhang eingeordnet. Zusammenhänge werden klarer, und neue Perspektiven entstehen. Die seelische Stabilität nimmt langsam wieder zu.
Neuorientierung: Die Krise verliert ihre überwältigende Macht. Menschen finden wieder Zugang zu ihren Werten und entwickeln neue Handlungsmöglichkeiten. In der Logotherapie spricht man hier von Sinnerhellung – dem Wiederfinden einer tragfähigen Orientierung.
Suizidale Gedanken in Krisen
In schweren Lebenskrisen können suizidale Gedanken auftreten. Sie sind Ausdruck eines tiefen inneren „Nicht-mehr-Könnens“ und immer ernst zu nehmen.
In der Existenzanalyse werden sie als Zeichen eines vorübergehenden Verlusts von Halt, Beziehung und Sinn verstanden.
In solchen Situationen ist es besonders wichtig, nicht allein zu bleiben und sich professionelle Unterstützung zu holen.
Psychotherapie bei Krise – Unterstützung und Begleitung
Eine Krise muss nicht alleine bewältigt werden. In der psychotherapeutischen Krisenbegleitung biete ich einen geschützten Raum, um:
emotionale Überforderung zu reduzieren
innere Stabilität aufzubauen
Orientierung in belastenden Lebenssituationen zu finden
Zugang zu eigenen Werten, Stärken und Ressourcen zu gewinnen
neue, stimmige Entscheidungen zu entwickeln
Die existenzanalytische Psychotherapie und Logotherapie unterstützt dabei, wieder Verbindung herzustellen – zur Welt, zum Leben, zum Selbst und zum Sinn.
Wenn Sie sich aktuell in einer psychischen Krise befinden oder Unterstützung bei der Krisenbewältigung suchen, können Sie sich jederzeit an mich wenden.
Termin für Psychotherapie in Tulln vereinbaren
Wenn Sie sich in einer Krise befinden oder Unterstützung suchen, begleite ich Sie gerne. Vereinbaren Sie ein Erstgespräch und finden Sie gemeinsam neue Orientierung.
Quellen
Frankl, V. E. (1994). Logotherapie und Existenzanalyse. München, Deutschland: Beltz. https://download.e-bookshelf.de/download/0003/7139/07/L-G-0003713907-0008017142.pdf?utm_source=chatgpt.com
Viktor Frankl Institut. (o. J.). Logotherapie und Existenzanalyse. Abgerufen am 14.12.2025, von https://viktorfrankl.org/logotherapie.html
Nindl, A. (2001). Charakteristika von Krisen und methodische Schritte in der Krisenintervention. In A. Längle (Hrsg.), Existenzanalyse, 19(2+3), 45–49. Gesellschaft für Logotherapie und Existenzanalyse. https://www.existenzanalyse.net/wp-content/uploads/EA_2001-2-3_01.pdf?utm_source=chatgpt.com




